Wie wird man Schiedsrichter beim Fußball?

Tornetz

Eine Person, fernab von Ball und Tornetz und trotzdem immer auf dem Spielfeld: Schiedsrichter und Linienrichter haben die alleinige Entscheidungsgewalt bei allen Fußballspielen. Jeder kennt sie, doch oftmals fragt man sich, wie Schiedsrichter überhaupt ausgewählt werden. Benötigt man einen bestimmten Beruf, eine Vorbildung oder muss man sogar Sportwissenschaften studiert haben?

Generell kann jeder in Deutschland Schiedsrichter werden. Die erste Voraussetzung bildet die Mitgliedschaft in einem Fußballverein innerhalb des Deutschen Fußballbundes (DFB). Letzterer bietet dafür eigens vorgesehene Lehrgänge an, daher sind lediglich grobe Vorkenntnisse des Spiels notwendig. Die Vereine sind sogar verpflichtet, eine gewisse Anzahl an Schiedsrichtern zur Verfügung zu stellen. Zudem gibt es ein Mindestalter, das aktuell zwölf Jahre beträgt, in einigen Landesverbänden jedoch abweichen kann.

In den Lehrgängen werden nicht nur die theoretischen Kenntnisse der Spielregeln vermittelt: Ein Sportstudium ist nicht vonnöten, allerdings ist körperliche Fitness in mehreren Disziplinen, wie Laufen und Kondition nachzuweisen. So bildet die Abschlussprüfung eine Kombination aus Theorie und Sportpraxis – schließlich müssen Schiedsrichter genau wie die Spieler selbst große Laufwege während eines neunzigminütigen Spiels zurücklegen. Selbstverständlich setzt die Arbeit als „Unparteiischer“ eine hohe Neutralität voraus, weswegen eine charakterliche festigkeit und ein sicheres Auftreten optimale Eigenschaften für den Schiedsrichter ausmachen.

Der Einsatz von Schiedsrichtern nach bestandener Prüfung

Ist die Prüfung erstmal bestanden, ist theoretisch ein Einsatz innerhalb Deutschlands in jeder Liga und Klasse möglich. Zur besseren Vorbereitungen und auf die geringe Erfahrung einzugehen, werden Anfänger in den meisten Fällen zunächst bei Jugendspielen eingesetzt. Die sogenannten Schiedsrichterbeobachter des DFB sind immer auf der Suche nach neuen Talenten: Dadurch kann bei Eignung ein Aufstieg in höhere Ligen stattfinden. Allerdings sind für diesen Einsatz oft weitere Lehrgänge mit komplexeren Prüfungen notwendig. Wer sich als einer der besten durchgesetzt hat, kann dann in die Profiliga aufsteigen.

Momentan gibt es in Deutschland rund 71.500 Schiedsrichter. Bei Interesse an dieser spannenden und sportlichen Tätigkeit wenden Sie sich an die örtlichen Vereine oder den DFB. Aufgrund sinkender Zahlen wird jederzeit Nachwuchs gesucht.